Weihnachten und Sylvester sind vorüber, und die Fitness-Studios erleben ihre Hauptandrangsphase – Neben dem Abspecken stehen zum Beginn des Jahres auch immer wieder Entgiftungsprogramme auf der Liste der guten Vorsätze für das neue Jahr. Auch wenn die Begriffe variieren wie Entschlacken, Entgiften, Detox oder Ausleiten, zentral ist allen Programmen die Idee, dass der Körper im Laufe des Jahres Giftstoffe und Abbauprodukte eingelagert hat, die ihm zunehmend zusetzen, und die man loswerden möchte. Auch unter Experten ist jedoch umstritten, ob es solche „Ablagerungen“ oder auch Schlacken überhaupt gibt und ob man sich mit den Frühjahrkuren auch davon befreien kann.

Fakt ist, dass ein gesunder Körper über gut funktionierende Entgiftungsmöglichkeiten verfügt, sonst könnten wir uns Anfang Januar keine Gedanken über eine Entgiftung machen, sondern wären schon lange vorher gestorben.

Eine zentrale Rolle bei der natürlichen, kontinuierlichen Entgiftung von Fremdstoffen und eigenen Stoffwechselprodukten spielt die Leber. Über die Gallenflüssigkeit werden diese Produkte in den Darm abgegeben, womit auch dem Darm eine große Rolle bei der normalen Entgiftung zukommt. Wasserlösliche Substanzen werden über den Harn durch die Niere ausgeschieden. Zumindest theoretisch können wasserlösliche Substanzen auch über den Schweiß durch die Schweißdrüsen der Haut abgesondert werden. Im Stoffwechsel entstehen u.a. auch Gase wie das CO2, die über die Lunge ausgeatmet werden, da sie uns sonst auch vergiften würden.

Laufen diese Vorgänge bei gesunden Personen normal ab, entgiftet sich der Körper sehr effektiv selbst. Probleme können jedoch entstehen, wenn Organe in ihrer Funktion eingeschränkt sind, und/oder wenn z.B. durch eine erhöhte Zufuhr oder Produktion von Giftstoffen die Organe mit der Entsorgung überlastet werden.

Dann stellt sich die Frage, ob man durch Veränderung von Ernährung und Verhalten die natürliche Entgiftung des Körpers unterstützen kann. Fettlösliche Giftstoffe lagern sich in den Fettzellen ein. War der Körper in der Vergangenheit stärkeren Belastungen mit Toxinen ausgesetzt, können diese in erhöhtem Maße im Fett eingelagert sein. Plant man nun eine Abspeckkur, baut sich nicht nur Fett ab, sondern auch das im Fett eingelagerte Gift (das können auch Schwermetalle wie Quecksilber sein) wird freigesetzt und wird durch die Ausscheidungsorgane abtransportiert. Man kann sich gut vorstellen, dass genau in dieser Situation der Spiegel an Giftstoffen z.B. im Blut auf unnatürliche Höhen ansteigt und man durch die wieder freigesetzten Gifte/Abbauprodukte körperliche Probleme erhält, die man vorher gar nicht hatte.

Fazit: Ja man kann den Körper entgiften. Es ist ein natürlicher Vorgang, der permanent abläuft und der lebensnotwendig ist. Gerade Personen, deren Körper angeschlagen ist, denken über eine Entgiftung nach, die genaugenommen eher eine Unterstützung der natürlichen Entgiftungsvorgänge darstellt. Gerade hier sollten spezielle Regeln eingehalten werden, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.

In der nächsten Zeit werde ich eine Reihe von Entgiftungsmethoden vorstellen und erklären, ob und wann sie überhaupt Sinn machen.

Dr. Jens Pohl Autor: Jens

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