In einem Artikel zu dem möglichen gesundheitsgefährdenden Konsum zu rotem Fleisch habe ich ja schon einmal geschrieben, dass hier oft Dinge in einen Topf zusammengeworfen werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Als Ergebnis solcher Studien scheint sich dann zu ergeben, dass rotes Fleisch gesundheitsschädlich ist. Eine neue Studie (Kaluza and Wolk, 2014) hat nun gezeigt, dass dieser schädliche Effekt nur von prozessiertem (verarbeitetem) Fleisch auszugehen scheint. Dabei handelt es sich z.B. um Wurstwaren oder Fleisch, die durch z.B. Pökelsalz behandelt wurden. Dazu gehören auch Räucherwaren, Schinken usw. Damit liegt die Ursache aber nicht am Fleisch, sondern an den Hilfsstoffen, die dem Fleisch zugesetzt werden. In der Studie wurde errechnet, dass der tägliche Konsum von je ein bis zwei Scheiben Wurst das Risiko von Herzversagen um bis zu 8% steigern konnte. Männer, die besonders viel verarbeitetes Fleisch verzehrten, haben ein doppelt so hohes Risiko, wie Männer, die wenig konsumierten.

Dazu passt ein neuer Beitrag von Loren Cordain, der jüngst in seinem Blog schieb, dass der gerade in der Paleo-Szene beliebte Frühstückspeck nicht nur nichts mit Paleo-Ernährung zu tun hat, sondern auch im Vergleich zu unverarbeitetem Fleisch quasi nährstofffrei ist. Durch die Behandlung mit Pökelsalzen und anderen Zusätzen, die dem Speck/Fleisch injiziert werden, um es haltbar zu machen, entsteht ein Produkt, daß mit frischem Fleisch nicht mehr viel gemeinsam hat. Wirft man nun in Studien den Verzehr von behandeltem Fleisch und frischem Fleisch (und auch hier gibt es große Unterschiede in der Qualität) zusammen, verfälscht der negative Einfluß von verarbeitetem Fleisch das Ergebnis so sehr, dass der Eindruck entsteht, dass der Effekt auf allen Sorten von rotem Fleisch beruht.

Also: Wenn Sie Fleisch essen, dann bitte von guten Quellen, wie z.B. Weidetieren und am besten unbehandelt.

Dr. Jens Pohl Autor: Jens

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