Patienten mit chronischer Erkrankung der Herzkranzgefäße haben oft Symptome von Herzinsuffizienz, wie z.B. Müdigkeit und Schwäche, obwohl sie mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Es gibt Vermutungen, dass eine ungenügende Versorgung mit dem Energieträgerstoff ATP (Adenosintriphosphat) eine wichtige Rolle dabei spielt (Dzeja et al., 2000). Bei nachlassender Herzaktivität sieht man oft eine verminderte Aktivität der der Enzyme Kreatinkinase, Adenylatkinase und Karbonanhydrase, die gemeinsam für die ATP-Bereitstellung dienen und verbrauchtes ADP beseitigen helfen.

Seit geraumer Zeit versucht man, durch Ergänzung mit verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln wie L-Carinitin, L-Arginin, Vitaminen und Co-Faktoren wie alpha-Tocopherol und Coenzym Q, die Aktivität des Herzmuskels zu unterstützen. Eine andere Idee ist die zusätzliche Versorgung mit D-Ribose (Wagner et al., 2009). D-Ribose ist ein natürlich vorkommendes Molekül. Es stellt die Zuckereinheit des ATP-Moleküls dar. Da bei Herzinsuffizienz ATP, ADP (Adenosintriphosphat) und AMP (Adenosinmonophosphat) abgebaut werden und die Fähigkeit des Herzmuskels zur Neu-Synthese von ATP eingeschränkt ist, ist die Versorgung mit D-Ribose für diesen Schritt limitierend (Pauly und Pepine, 2000).

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass eine zusätzliche Ergänzung mit D-Ribose die Herzfunktion und die Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern kann. In einer Studie mit Herzpatienten führten 3 x 5 g täglich zu einer Verbesserung der diastolischen Leistung (Omran et al., 2003, Omran et al., 2004). Eine erst kürzlich entdeckte, zusätzliche Wirkung von D-Ribose wurde mit einer Verminderung von oxidativem Stress bei sportlicher Betätigung gefunden (Seifert et al., 2009). Bei oxidativem Stress, der bei in Sauerstoff-Unterversorgung vorkommt, hilft D-Ribose auch durch Inhibition des ATP Abbaus (Addis et al., 2012).

Tatsächlich scheint D-Ribose also ein Zucker zu sein, der schon in moderaten Mengen zu sich genommen, helfen kann, den Herzmuskel zu unterstützen (Shecterle et al., 2011).

D-Ribose wird übrigens nicht wie Saccharide verstoffwechselt, löst keine Insulinausschüttung aus und führt nicht zu Gewichtszunahme.

Dr. Jens Pohl Autor: Jens

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