Zuerst einmal möchte ich erklären, was Omega-Fettsäuren sind, damit wir die verschiedenen Varianten unterscheiden können. Fettsäuren sind meist lineare Kohlenstoffketten, die an ihrem Anfang eine Carboxy-Gruppe tragen (-COOH), wodurch sie erst zur Säure werden. Damit hat das Kohlenstoffatom in der Carboxy-Gruppe die Position 1, das benachbarte Kohlenstoffatom ist zur Position 1 alpha-ständig, das nächste beta-ständig. So bekommen alle Kohlenstoffatome in der Kette einen fortlaufenden Buchstaben aus dem griechischen Alphabet. Einheitlich wird jedoch bei allen Fettsäuren unabhängig von ihrer unterschiedlichen Länge dem letzten Kohlenstoffatom der Buchstabe Omega zugeordnet, der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet.

Alle Omega-n-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, d.h. sie besitzen mindestens eine Doppelbindung. Die Position der letzten Doppelbindung im Molekül vor dem w-Atom wird dabei abgezählt. Liegt diese Doppelbindung 3 Positionen vor dem Ende, handelt es sich um eine Omega-3 Fettsäure, liegt die Doppelbindung an der Position minus 6, handelt es sich um eine Omega-6 Fettsäure.

Eine Basis-Omega-3-Fettsäure ist die alpha-Linolensäure (mit einer 18 Kohlenstoffatomen langen Kette), aus der die meisten anderen Omega-3 Fettsäuren aufgebaut werden. Sie kommt z.B. in photosynthetisch aktiven Pflanzengeweben vor. Weitere biologisch wichtige Vertreter der Omega 3 Fettsäuren sind Eicosapentaensäure (EPA) mit 20 Kohlenstoffatomen und Docosahexaensäure mit 22 Kohlenstoffatomen, die neben der Doppelbindung an Position minus 3 jedoch noch weitere Doppelbindungen (auch an Position minus 6!) tragen. Diese höherkettigen Fettsäuren kommen besonders in Fischen vor.

Eine wichtige Omega-6 Fettsäure ist die alpha-Linolsäure, aus der konjugierte Linolsäure (CLA) entstehen kann.

Die Nahrungszusammensetzung der Menschen hat sich in den letzten Jahren signifikant geändert (Cordain et al., 2002; Blasbalg, et al., 2011). Es gibt viele Hinweise, dass die Ernährung früher ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren von 1: 1 hatte. In der westlichen Ernährung hat sich das Verhältnis zu 15: 1 verschoben (Simopoulos, 2008).

Es gibt viele Daten, die zeigen, dass ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von unter 4:1 zum Schutz vor Herz-Kreislauf- (Rondeau et al., 2011), sowie gegen andere chronische Erkrankungen dient. Omega-3 Fettsäuren wie EPA und DHA lagern sich auch in die Zellmembranen ein und unterstützen die Hirnfunktion (Simopoulos, 2011), ferner reduzieren sie das Krebsrisiko (MacLean et al., 2006; Berquin et al., 2008).

Es scheint so zu sein, dass nicht die Omega-6 Fettsäuren generell schlecht sind, sondern dass unsere Nahrung heutzutage zu wenig der wichtigen Omega-3 Fettsäuren enthält (Wahrburg, 2004).

Der Verzehr von Fleisch oder Eiern von Tieren, die mit natürlicher Ernährung (z.B. Weidetiere, anstatt Tiere, die mit Getreide gefüttert werden) aufgezogen wurden, kann die Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren positiv beeinflussen und langfristig zur Gesundheit beitragen (Christophersen und Haug, 2011).

Dr. Jens Pohl Autor: Jens

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